Cedric Würkert: So Leute, willkommen zu einer neuen Folge der Finanzfuzis. Und bevor wir überhaupt anfangen, müssen wir kurz über den Elefanten im Raum sprechen. Nein, nicht die Inflation, nicht Zinsen, nicht die Politik, sondern über uns. Denn wer aufmerksam auf den Kalender geschaut hat, wird vielleicht gemerkt haben, da war eine kleine, sagen wir mal, kreative Pause. Die Upload-Frequenz hat sich in der letzten Zeit ungefähr so stabil verhalten wie die Prognosen zur deutschen Wirtschaft. Mal kommt was, mal kommt nichts. Und zwischendrin fragen sich alle, passiert da noch was? Aber hey, wir nennen das nicht Unzuverlässigkeit, wir nennen das strategische Podcast-Diversifikation. Andere Podcasts liefern jede Woche, wir liefern, wenn die Spannung am größten ist. Quasi wie eine Netflix-Serie, bei der man nie genau weiß, wann die nächste Staffel kommt. In der Zwischenzeit ist draußen natürlich trotzdem einiges passiert. Wirtschaftlich bleibt die Lage so ein bisschen wie der deutsche Frühling. Man weiß nie genau, ob gleich Sonne kommt oder wieder Gegenwind. Märkte reagieren empfindlich auf jede neue Nachricht. Politisch wird weiter diskutiert, entschieden, verworfen und neu angekündigt. Also eigentlich Business as usual. Und da ist natürlich noch die geopolitische Lage, die aktuell wieder ordentlich Einfluss auf Wirtschaft und Märkte nimmt. Der Konflikt im Nahen Osten sorgt dafür, dass Energiepreise sensibel reagieren. Schließlich laufen über diese Regionen wichtige Öl- und Handelsrouten. Wenn dort Spannung entsteht, merken das früher oder später auch die Tankstellenpreise. Gleichzeitig reagieren auch die Börsen drauf. Anleger werden vorsichtiger, Märkte schwanken stärker und klassische Sicherheitsanlagen wie Gold oder andere Edelmetalle bekommen wieder mehr Aufmerksamkeit. Kurz gesagt, wenn geopolitisch Unruhe herrscht, merkt man das ziemlich schnell im Depot und manchmal auch ziemlich schnell an der Zapfsäule. Fun-Fact am Rande. Studien zeigen, dass Menschen Pausen bei Gewohnheiten erstaunlich schnell akzeptieren, solange sie danach wieder zurückkommen. Genau darauf setzen wir mit unserem Podcast jetzt einfach mal. Und während wir draußen weiter über Wachstum, Preise, Politik und Zukunft gesprochen wird, dachten wir uns, vielleicht ist es gar nicht so schlecht, sich zwischendrin einmal kurz zu sortieren, bevor man wieder ins Mikro spricht. Deshalb, schön, dass ihr noch da seid, schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt und willkommen zurück bei den Finanzprozis. Dem Podcast mit eigentlich überraschendem, mit gelegentlich überraschendem Veröffentlichkeitsrhythmus, aber immerhin ehrlicher Einordnung. Also Getränk eurer Wahl schnappen, kurz zurücklehnen und rein in die neue Folge. Denn wir Denn wenn wir schon wieder da sind, dann wenigstens richtig. Denn Pausen sind gut, aber wenn wir wieder da sind, ist es doch wieder besser. Christopher Kopp: Hallihallo! Cedric Würkert: Es geht auch Chris. Man muss erstmal wieder reinkommen in dieses blöde hier Intro erzählen oder vorlesen. Es wird nie... Christopher Kopp: vorgelesen. Ich sage auch jedes Mal, für mich ist das jedes Mal aufs Neue der Tod. Das ist echt gar nicht so einfach, wie man sich das vorstellt und ist anstrengend tatsächlich auch. Cedric Würkert: Man muss ja auch ehrlich dazu sagen, ich schreibe mir das immer auf meinem iPad vor. Und das ist immer ganz komisch, wenn der Kopf quasi schon bei Zeile 8 ist, du liest aber noch in Zeile 4. Dafür rutschen wir ab und zu mal. Aber ist ja nicht so schlimm, wir haben es geschafft. Wir sind wieder zurück. Es ist unfassbar, wir haben es geschafft. Christopher Kopp: Ja, mein Job. Holbar. Was lange währt, wird endlich gut oder sowas, hat mal jemand gesagt. Cedric Würkert: Ich weiß, naja, ich habe auch schon andere Sprichworte in diesem Podcast rausgehauen, die nicht so gestimmt haben. Wie geht's dir denn? Alles fresh? Christopher Kopp: ... Ja, mein typisches Ding einmal im Winter auf jeden Fall. Mindestens habe ich halt irgendwie auch die Kratze. Und die ist bei mir schon wieder am abklingen. Aber nichtsdestotrotz, ich bin noch etwas verschnupft. Cedric Würkert: Man hört's gar nicht. Christopher Kopp: Das ist immerhin schon mal gut, aber meine... Die Ironie habe ich probiert zu überspielen, aber ja, ist alles gut. Nee, also wer bei gelegentlichem Hustenanfall oder verschnupfter Nase bitte ich zu entschuldigen, aber das wird leider nicht besser. Ich bin fleißig am Ricola-Mampfen nebenher. Das ist meine Wunderwaffe. Cedric Würkert: Doch man hört's. verzeihen wir dir. Das kriegen wir. Sehr gut. Die Schweizer können halt auch wirklich nur Bum-Bums. Naja, ich habe ein paar Fragen an dich, Chris, die wir heute so bisschen durchgehen wollen. Ich habe tatsächlich ein bisschen intensiveres Thema vorbereitet. Ich will vorher aber ganz kurz von dir Christopher Kopp: ⁓ ich jetz' es. Cedric Würkert: hören, wie du, und da will ich gar nicht, dass wir politisch werden, sondern ich will einfach nur, dass du die aktuelle Situation für uns, für die Hörer, mal kurz einordnest. Wie geht es dir damit? Bist du jemand, der, also wir können ja ganz offen und ehrlich darüber sprechen, wir haben den Nahostkonflikt, der gerade echt ein bisschen eskaliert. Wir haben immer noch ein bisschen, oder was heißt ein bisschen, aber den ganzen klare Radatschen der Ukraine und in Russland. Wie geht's dir damit? Nimm dich so was mit oder bist du so jemand, sagt, naja, also ja, es ist schon schlimm und da brauchen wir auch gar nicht drüber diskutieren, aber in meinem Alltag macht es jetzt irgendwie doch wenig mit mir. Christopher Kopp: Sowohl als auch. Also klar, auf der einen Seite ist es natürlich schlimm, da brauchen wir nicht drüber diskutieren und ich glaube, wir wünschen uns alle, dass es keine Kriege gäbe oder dass es keine bewaffneten Konflikte in irgendeiner Form geben würde. Cedric Würkert: Mhm. Christopher Kopp: Nichtsdestotrotz ist es halt nun mal so. da kann ich jetzt als Einzelperson auch im Verhältnis relativ wenig dran rütteln oder dafür tun oder wie auch immer. Natürlich beschäftigt mich sowas auch. Klar, ich mache mir da schon auch Gedanken dazu. Das ist immer so eine Gradwanderung, finde ich, wenn man sich das Ganze politisch und vor allem auch geopolitisch mal anschaut. Cedric Würkert: Stimmt. Christopher Kopp: dann ist es schon immer so bisschen eine Gradwanderung. Es könnte auch jederzeit in eine größere Eskalation gehen. Ich bin aber kein Freund davon, immer so bisschen größer zu malen, als es vielleicht tatsächlich ist. Ich sehe ganz viele Videos auf Instagram mit World War III started. Solche Geschichten finde ich einfach zu übertrieben. Find ich, ist viel zu weit weg von der Realität aktuell. Cedric Würkert: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Christopher Kopp: Natürlich ist es eine brenzlige Situation. Natürlich muss man das auch mit Vorsicht genießen. Aber wir sind noch, glaube ich, noch lange nicht an einem Punkt, wo so was passiert in diese Richtung geht. Beschäftigen tut es mich natürlich aus finanzieller Sicht, weil das Ganze natürlich auch erhebliche Auswirkungen hat. Also wir haben die ganze Thematik mit dem Öl beispielsweise, ⁓ da einfach mal nur eins zu nennen. Die Straße von Hormus. Cedric Würkert: beschäftigen müssen wir natürlich aus finanzieller Sicht, weil das Ganze natürlich auch erhebliche Auswirkungen hat, was wir haben. Christopher Kopp: Dieser Seeweg, letzten Endes aus der Golfregion rausgeht, wird vom Iran blockiert. Und da fließen immerhin 20 Prozent des Weltöls darüber. jetzt muss man vielleicht auch als Side-Fact wissen. Die Chinesen beispielsweise, die haben noch Öl für 100 Tage. Weil die Amerikaner ja Venezuela praktisch mal kurz lahmgelegt haben, beziehungsweise dann im Bargou und ... Ausschiff im Bargo verhängt haben, haben die Chinesen aktuell keine Ölnachlieferung. Und jetzt könnte man sagen, ja ist doch gut, wenn die mal weniger produzieren und wie auch immer. Das Problem ist halt, dass 40 Prozent des Welthandels halt von Chinesen exportabhängig sind. Also das ist halt so bisschen ein Problem gerade. Das heißt, wir merken das natürlich in der Geldanlage. Wir merken das in Kundendepots. Es gibt viele Kunden, die dazu Fragen haben, die da verunsichert sind, die Cedric Würkert: Also das heißt, wir merken es natürlich in der Geldanlage. Christopher Kopp: Natürlich die Lage auch beschäftigt. So beschäftigt es mich natürlich. In meinem Alltag an sich betrifft es mich nicht so wirklich. Dadurch, dass ich aber auch keinen Verbrenner mehr fahre, merke ich es nicht an der Zapfsäule. Das ist halt so der Punkt, die meisten ja gemerkt haben. Ich hatte jetzt gestern im Gespräch, wo Kunden völlig irritiert waren. 2,10 an der Tankstelle, was geht ab? Das sind ja ganz, ganz komische Preise. Ich vermute, dass es sogar noch deutlich stärker steigen wird. Also dass wir eher mal so Richtung drei Euro den Liter uns bewegen werden. Zumindest mal für eine kurze Zeit. Cedric Würkert: Nein. Christopher Kopp: Dann bin ich mal gespannt, was dann passiert, weil drei Euro der Liter ist schon eine heftige Nummer. Cedric Würkert: Ja, definitiv. Definitiv. Ich kann da eine Podcast-Empfehlung aussprechen. 15 Minuten Tagesschau, grundsätzlich immer ein cooler Podcast, hat zu den Tankstellenpreisen eine sehr, coole Folge rausgehauen. Da geht es so bisschen darum, die Erklärung, warum denn der Spritpreis nach einem solchen Ereignis sofort in die Höhe schreitet. Weil eigentlich muss man ja sagen, wir haben ja noch Öl. Also das Öl, das wir jetzt aktuell tanken oder das Benzin, das wir jetzt Christopher Kopp: Ja. wurde er vor dem halben Jahr gekauft. Cedric Würkert: wurde ja schon vor längerer Zeit gekauft. Und da wird es so bisschen erklärt, warum und wieso und weshalb das so ist. Also Erfehlung, hört euch das mal an. Macht echt Sinn. Und ist wirklich einfach und total verständlich erklärt. Sehr gut. Du hast es so bisschen angesprochen. Vor allem in Kundendepots merkt man das. Wir haben einfach viele, viele Fragen. ist ja, wir hatten das ja auch schon oft angesprochen. In solchen Situationen kommt einfach immer die Unsicherheit mit. Und das ist ja auch vollkommen in Ordnung und das ist auch vollkommen verständlich. Wenn man nicht in der Branche arbeitet, ist das das erste, was man sich fragt, was passiert denn jetzt mit meiner Kohle. Und egal, ob das an der Tankstelle ist, wo ich für drei Euro irgendwann demnächst wahrscheinlich tanken werde oder mein Depot ein bisschen runterrauscht, das gibt ein Gefühl von Unsicherheit. Darüber haben wir schon ganz oft gesprochen. Und schön ist das auf gar keinen Fall. Jetzt hast du vorher, das interessiert mich noch, dann interessiert mich tatsächlich deine Meinung. Damit hast du vorher kurz angesprochen, dieses auf Social Media mit Dritter Weltkrieg und schieß mich tot. Glaubst du, die Leute meinen das ernst oder glaubst du, die Leute machen das, ⁓ Reichweite zu generieren? Christopher Kopp: Gleichweite. Klick besser. Cedric Würkert: Okay. Christopher Kopp: Ja, also es gibt sicherlich auch ein paar Helden, die das ernst meiden. Also garantiert, die wird's schon geben. Aber ich glaube der Großteil davon nutzen einfach die Gelegenheit und sagen, okay, ich kann dadurch Reichweite generieren. Cedric Würkert: Definitiv, definitiv. Okay, was macht denn die Zeit mit dir als Unternehmer, also auf der wirtschaftlichen Seite deines Unternehmens? Jetzt gehen wir gar nicht mal von den Kunden aus oder beziehungsweise ⁓ unsere Kundengelder, sondern ⁓ deine unternehmerische Sicht auf solche Zeiten. Macht das was mit dir? Christopher Kopp: in erster Linie mal nicht. Cedric Würkert: Mhm. Christopher Kopp: Es kam eine Sorge dazu, die die Menschen vielleicht bewegt, den einen mehr, den anderen weniger, aber so war es ja immer. es schwankt ja immer. Und dadurch, dass wir halt mit Menschen arbeiten, vor allem halt in der Beratung arbeiten, ist es ja so, dass wir auch immer mit unterschiedlichen Menschen zu tun haben, ich jetzt nicht auf Ingenieure beim Daimler spezialisiert bin als Beispiel. Natürlich habe ich da welche. Und die aus der Automobilindustrie, bei denen ist die Situation schon nicht gut oder ist die Situation nicht gut und das nicht erst seit jetzt Iran kriegst, sondern schon länger. Also was ist denn dann einfach nur andere Themen? Cedric Würkert: Ja. Christopher Kopp: Die Menschen brauchen trotzdem die Sicherheit, dass sie sauber abgesichert sind, dass sie ihr Geld, das sie haben, anders vielleicht investieren oder im Moment gerade vielleicht auch einfach nur vorhandene Assets verschieben, ⁓ Sicherheit zu generieren und jetzt keine neuen Gelder anlegen, weil gerade die Job-Sicherheit vielleicht einfach nicht gegeben ist und man einfach ein bisschen mehr im liquiden Bereich, also im Cash hat, ⁓ einfach flexibler regeln zu können, sollte sich ein Jobwechsel an... So, solche Geschichten. Cedric Würkert: Mhm. Christopher Kopp: Also für uns verschiebt sich nur die Thematik, über die wir sprechen. Und das ist ein großer Vorteil, wir an unserem Job haben. Dadurch, dass wir eben auch nicht nur ein Thema bespielen, sondern in der Kundenberatung eben ganzheitlich aufgestellt sind. Alles, was irgendwie mit Geld zu tun hat, ganz grob und ganz flapsig gesagt. können wir natürlich die Themen auch einfach verschieben in eine andere Richtung, so wie es die Kunden gerade brauchen, was der Markt eben gerade auch hergibt. Und das ist für uns eine ganz angenehme Situation, würde ich mal behaupten. Cedric Würkert: Definitiv. Warum ich die Frage gestellt habe, ist ganz einfach. Ich habe der letzte Mal wieder ein klassisches Stammtischgespräch mit der Familie gehabt und da ging es ⁓ ein Thema. Das war das Thema Selbstständigkeit gegen Angestellt. deswegen habe ich die Frage so gestellt, wie ich sie gestellt habe, weil ich eben wissen wollte, was macht das auf der unternehmerischen Seite mit dir? Gibt es Situationen, die einem vielleicht Unsicherheit geben oder ist das was, was man ganz gut abfedern kann? Weil im Grunde genommen, das habe ich da wieder gemerkt, in Deutschland haben wir eine sehr schwierige Art und Weise, das Gegenteil oder über das Gegenteil zu denken. In dem Fall, ich als Unternehmer, ich als Selbstständiger denke immer anders über den Angestellten, wie der Angestellte über sich selber. Und der Angestellte denkt über sich als Angestellter anders als über mich Unternehmer. Das ist ja oftmals so, die Angestellten sagen, der Chef verdient sich dumm und dämlich und der Chef sagt so, ja, aber wenn die anderen wissen, was für ein Risiko ich trage. Und das ist so bisschen das Gegeneinander. Siehst du das genauso? Mittlerweile ist es ja sogar noch so, dass da die dritte Partei, das Beamten-Tum noch dazu kommt und quasi so einen dritten Part in der ganzen Situation aufmacht, weil die einfach nochmal anders gestellt sind. Christopher Kopp: Na klar. Cedric Würkert: in der Art angestellt beim Staat, aber trotzdem noch mal anders gestellt sind. Also das ist noch mal so eine dritte Partei, die sich da irgendwie mit dazu schaltet. Wie ist denn da deine Auffassung und gibt es da irgendwas, was dir anders oder noch des Weiteren aufgefallen ist bei dem Thema? Christopher Kopp: Ich bin da relativ nah bei dir. Ich glaube, die Debatte zwischen Angestellten und Selbstständigen, die wird es immer weiter geben, weil du einfach, du musst die auch unterschiedlich behandeln. kann nicht. Also natürlich spreche ich jetzt aus der Sicht eines Selbstständigen und eines Unternehmers. Aber ich war auch lang genug angestellt. ich Cedric Würkert: Mhm. Christopher Kopp: Ich will das auch gar nicht irgendwie rechtfertigen, aber es ist schon ein Punkt. jetzt mal weg von GmbHs oder sonst irgendwas. Wolfgang Krupp hat das zum Beispiel schon mehrfach auch richtig, richtig gut gesagt. ist ja auch, das ist auch ein Einzelunternehmen, weil er sagt, ich hafte persönlich, ich hafte voll. Nur das gibt mir halt auch die Freiheit, mehr Geld zu verdienen als jemand, der angestellt ist bei mir. Und die verdienen ja trotzdem alle ein gutes Geld. Die Trigema hat da ja auch eine ganz besondere Philosophie. Ich finde nur, der Ansatz ist ein guter. Ich bin auch Einzelunternehmer und hafte vollumfänglich mit meinem Privatfonds. Ich habe trotzdem auch Angestellte. Ich nehme mir das Recht raus, mehr Geld zu verdienen als meine Angestellten, weil ich das Risiko auch trage, dass sie am Ende des Monats immer noch ihr Geld bekommen. Und im Zweifel habe ich dann weniger Geld, aber meine Angestellten haben ihr Geld. Das ist das Risiko, das ich trage. Und deswegen, diese Debatte wird es immer geben und die wird es auch immer insoweit geben, dass Angestellte vielleicht sagen oder Leute, die sich nicht so viel damit beschäftigen, sagen, die Selbstständigen müssen mehr Steuern zahlen oder müssen mehr Dessert oder mehr Sell oder mehr jedes Mal. Ja, kann man so sehen. Muss man aber nicht. Also sehe ich überhaupt gar nicht so. Ich finde, da müsste man teilweise sogar auch noch krasser in eine andere Richtung gehen. Aber das führt jetzt zu weit. Weil du die Beamten angesprochen hast, ich glaube, das ist ein Phänomen, das ist erst so die letzten vielleicht 5, 6, 7 Jahre gefühlt aufgekommen. Sonst waren die Beamten immer so bisschen außen vor und man hat auch da nicht wirklich drüber gesprochen. Die waren schon immer besser gestellt. Nur es hat irgendwie keinen interessiert. Und ich hab das Gefühl, letzten 5, 6, 7 Jahre ist es so, dass auf denen mehr rumgehackt wird. Also so öffentlich. In der großen Debatte. Ich finde, manche Jobs sind wichtig, dass die in ein Beamtenverhältnis gestellt sind. Das ist so was wie Polizisten, ist so was wie Feuerwehrleute, also hauptberuflich Feuerwehrleute. So was wie Lehrer finde ich genauso wichtig. Cedric Würkert: Mhm. Christopher Kopp: Und das sage ich nicht nur, weil meine Frau Lehrerin ist, sondern generell, weil ich das wirklich so meine. Wo ich dabei bin, was aber auch der Staat schon viel, viel weniger gemacht ist, Verwaltungsangestellte müssen nicht verbeamtet sein. Also das sind Positionen. Es sind zwar immer noch sehr, sehr viele, die tatsächlich verbeamtet werden, aber es ist eigentlich unnötig, finde ich. Nein, man muss es auch so betrachten, so ein Beamter kostet einen Staat verdammt viel Geld. Weil die zum einen relativ gut verdienen, zum anderen einen Pensionsanspruch haben, der verdammt hoch ist. der Staat muss da richtig Kohle in die Hand nehmen. Nicht zu vergleichen mit einer gesetzlichen Rente, überhaupt gar nicht. Und deswegen verstehe ich schon, dass da so ein bisschen ein Neidblick passieren kann, der zu den Wärmten rüberschielt. Aber so ist es halt. Und ich finde, sind wichtige Funktionen, die in einem Beamtenverhältnis stehen müssen und die dürfen auch für mich eine Sonderrolle haben. Den Polizisten, setzen ihr Leben ein unter Umständen, die sorgen für Recht und Ordnung und dann haben die auch das Recht, dass sie mit ihrem Job für mich auch früher in Rente gehen, weil sie irgendwann einfach diese Belastung nicht mehr aushalten oder in Pension gehen und dann auch eine ordentliche Pension bekommen. ich völlig doper. Cedric Würkert: Ja, definitiv. Ich würde sogar behaupten, dass das Grundproblem an dem Ganzen ist, dass wir vielleicht die Einblicke des anderen nicht ganz so verstehen. Also das ist ja, wie in jeder Diskussion, ein großes Problem, dass wir immer nur unsere eigene Meinung vertreten, die wir am besten vertreten können, weil wir selber in der Situation sind. Aber das gibt ja oder das befeuert diese ganze Diskussion ja immer noch. Ich habe das in der Diskussion, wie gesagt, am Tisch gemerkt. Du nimmst natürlich eine Position ein, wo du deine Gruppe und ich nehme jetzt einfach mal die selbstständige Gruppe, aber auch die Angestellten oder die Beamten ihre Gruppe verteidigen. Das ist ja auch vollkommen legitim und menschlich, dass das passiert. Die Frage ist nur, die ich mir da stelle, ob das der richtige Weg ist. Und ich hatte Christopher Kopp: So. Cedric Würkert: Das ist so ein Satz, der mich echt begleitet. Ich weiß nicht, ob du den auch gehört hast. Wir haben ja gerade in Deutschland, sag ich schon, in Baden-Württemberg haben wir jetzt an die Tage Landtagswahl. Und da gibt es unseren grünen Nachfolger, den lieben Cem Özdemir, der in einem Interview gesagt hat, für ihn ist es eine Fähigkeit, ein Gespräch reinzugehen mit der Möglichkeit, dass der andere, also dass der Gegenüber Recht haben könnte. Hast du es gesehen? Das ist ein Satz, mich, ich will da jetzt gar nicht, kannst du von Jemma zu mir halten, was du möchtest, also ich finde ihn als Schwabe super, also als Mensch überragend, aber der Satz begleitet mich und seitdem gibt er mir irgendwie, ich denke bestimmt dreimal am Tag an diesen Satz, den er da gesagt hat und ich finde, Christopher Kopp: Ja, hab ich gesehen. Fand ich sehr cool. So. Cedric Würkert: Das ist eine Einstellung, die wir in unsere Gesellschaft irgendwie mal wieder integrieren könnten. Und der hat das vor dem Gespräch gesagt, dass wir am Familientisch hatten. Und ich habe mich dabei erwischt, dass ich meine Gruppe verteidige. Nur ⁓ meine Gruppe zu verteidigen. Ich habe aber gar nicht die Möglichkeit gegeben, dem Gespräch dem anderen Recht zu geben. Weil Recht ist ja in so einer Diskussion sowieso ein superdünnes Eis, weil es es quasi nicht gibt. Genau, jeder vertritt seine eigene Meinung. Christopher Kopp: Gibt's ja nicht. Cedric Würkert: Ich finde das so spannend und ich finde, deswegen wollte ich darüber auch heute sprechen, weil wir in meiner Welt da irgendwie eine Lösung finden müssen, die wir in unserem Podcast auf gar keinen Fall vorgeben können. Aber wir können vielleicht was anstoßen. Ich finde so einen Satz, den Jermäßchen mir gesagt hat, super gut und wenn so was mit mir was macht, vielleicht macht das was mit jemand anderem. Auch was glaubst du, was sind Punkte, die dazu führen, dass wir Christopher Kopp: werden wir auch dich finden. Cedric Würkert: diese Sachen verteidigen oder diese Gruppe verteidigen und dem anderen keine Möglichkeit zum Recht geben. Christopher Kopp: Ich glaube, das ist grundsätzlich mein gesamtgesellschaftliches Problem. Das kannst du ja auf Politik, auf alles Mögliche beziehen. Wir haben die Fähigkeit verlernt, fünfmal gerade sein zu lassen und anderen Menschen auch mal im Englischen sagt man, them some slack. Also ich weiß gar nicht, was eine deutsche gute Formulierung für ist. Cedric Würkert: Nöööö Christopher Kopp: Das finde ich echt schwierig. Mir fällt es zumindest gerade nicht ein. Also irgendwie so den Leuten auch mal so bisschen Puffer zu geben. sagen, das hast du zwar so gesagt, aber ich weiß, du meinst es gar nicht so, sondern wir nehmen alles immer sofort auf. nehmen es sofort persönlich. Wir fühlen uns immer angegriffen. Und das ist einfach brutal schwierig, finde ich. Natürlich geht es mir auch manchmal so. Und... Cedric Würkert: Ja. Ja. Christopher Kopp: Ich wäre in so einer Situation wie du jetzt zum Beispiel, ich sicherlich genauso in die Situation gekommen zu sagen, ich verteidige meine eigene Position, weil natürlich da kenne ich mich am besten aus. ist da, ich ja, das ist ja meine Lebensrealität. Logisch, ja, ist ja völlig klar. Klar. Ich kann aber auch verstehen, wenn... Cedric Würkert: Da habe ich auch die meisten Argumente für. Also da bin ich argumentativ auch am stärksten. Christopher Kopp: Karin Müller, 42, Bäckereifachverkäuferin ist und an diesem Tisch sitzt und sagt, jo, aber ich verdiene gar nicht genug Netto, ⁓ mein Leben zu unterhalten und es ist schwer aus der Position raus, das zu verändern. Verstehe ich. Ist so. Du hast ja irgendwann mal eine Entscheidung getroffen, in diesen Weg zu gehen. Vielleicht gar nicht mit der Weitsicht, aber du hättest dir vielleicht auch Gedanken machen können, dass jetzt Bäckereifachverkäuferin ohne Wertung pauschal mal nicht Multimillionärin wird, wenn sie nicht zusätzlich irgendwas anderes tut. Du hast aber trotzdem die Möglichkeit jederzeit über Nebenjob, über eine Selbstständigkeit nebenbei aufbauen, irgendeinem SillaV, irgendwas zusätzlich Einkommen zu generieren. Du hast die Möglichkeit in Deutschland deine Situation fundamental zu verändern. könntest, wenn du die Zeit, Lust und Laune dazu hast, könntest du eine Abendschule besuchen, du könntest nebenbei nochmal studieren, das kannst du auch mit 42 machen. Mein Vater hat mit Mitte 50 nochmal angefangen zu studieren, weil er davor nie studiert hatte. Gar nicht weil er es musste, sondern einfach weil er Bock drauf hatte. Es muss die Bereitschaft da sein. Dinge anders zu machen. Und diese Bereitschaft ist aber nicht da. Jeder möchte was anderes, aber ist nicht bereit, sich zu bewegen, diesen unbequemen Weg auch zu gehen. Und auch die Aussage ist super pauschal, aber so sehe ich es nun mal, weil ich wahrnehme, dass die Menschen häufig nur am Meckern sind, aber selten am Lösungen suchen. Und das ist auch der Grund, warum ich glaube, dass es in der Politik so läuft, wie es läuft, wir ganz schnell am Meckern sind, aber keiner ist mehr bereit, politische Arbeit zu leisten. in der Partei einzutreten und zu sagen, als Beispiel jetzt, die SPD ist mir irgendwie so thematisch am nächsten, aber ganz manche Punkte finde ich nicht so geil, ich trete trotzdem ein und verändere das von innen raus. Also ich arbeite dafür, ich mache was dafür. Und das war früher so. Und früher haben wirklich viele Menschen sich innerparteilich engagiert, nicht auf Bundesebene, auf lokaler Ebene. Die lokale Ebene wurde auf Landesebene getragen, die Landesebene wurde in die Bundesb... So funktioniert das nun mal. Und diese Bereitschaft ist nicht mehr da. Absolut. Absolut. Nur wir haben nicht mehr die Bereitschaft zu sagen, ich engagiere mich, nutze, ich gehe da mit Zeitinvest rein und mit meinen Ideen rein und bin bereit, da was zu tun. Und das muss, die SPD war jetzt wirklich nur ein Beispiel, also hat thematisch überhaupt gar nichts damit zu tun. Das können auch so Parteien wie Volt zum Beispiel sein. Cedric Würkert: Das ist ja auch die Idee von dem föderalen System. Christopher Kopp: Oder meinetwegen die andere Partei. Völlig wumpf. Cedric Würkert: Ja, definitiv. glaube, Ja, ich finde, du sprichst da eine sehr, sehr coole Sache ein. Auch hier wieder eine Podcast Empfehlung. Ich stand vorgestern über vier Stunden im Stau vor dem Engelbergtunnel, wir kommen ja aus der Nähe. Ja, genau, da hat ein LKW Anhänger gebrannt. Gott sei Dank niemandem was passiert. Aber wie im Raum Stuttgart, standen da eine Weile im Stau und ich hatte ganz viel Zeit, ganz viel Podcast zu hören und hab Christopher Kopp: Da sehe ich so bisschen das Problem. Da geht es dann Cedric Würkert: Ehm, einen Podcast von Tim Gabel gehört mit Oskar, ich weiß immer nicht, wie man seinen Nachnamen ausspricht, La Fontaine, La Fontaine, ja, genau. Von der Persönlichkeit kann man halten, was man möchte. Aber ich empfehle jedem, diesen Podcast anzuhören. Das war wirklich, das sind zweieinhalb Stunden so viele spannende Sachen, wo man ihm, ich stimm ihn in vielen Sachen nicht zu, ich stimm ihn in vielen Sachen zu, aber ... Christopher Kopp: von 10. Cedric Würkert: Das ist so geil, wie er über diese Sachen spricht und wie offen lässt, dass man seine Meinung kundtun kann. Ich finde, wir hatten in der Vergangenheit richtig gute Beispiele. Ich weiß nicht, ob das jeder mitbekommen hat. Es gab in einem Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid gab es eine kleine rassistische Äußerung, die einen Riesenfass aufgemacht hat und im Anschluss hat dann ... Der Trainer vom FC Bayern München, Vincent Kompany, hat eine 13-minütige Rede gehalten über dieses Thema und wie man damit umgeht. Und er hat dieses Thema so beleuchtet, dass er quasi jedem offen gelassen hat, dass wir darüber sprechen können. Der Trainer von Benfica, Lissabon hat Aussagen getätigt, die vielleicht nicht ganz richtig waren. Und er hat in diese Rede quasi angesprochen, hey, müssen aber ihm auch Raum lassen. dann zu sagen, hey, okay, die Aussage war kacke, es tut mir leid, ich entschuldige mich für meinen Fehler. Und solche, das sind gerade so positive Beispiele, die mich irgendwie auch wirklich positiv stimmen, weil das coole Ansätze sind, die wir uns vielleicht als Gesamtgesellschaft, und egal, das ist nicht auch im Fußball bezogen, es geht auch nicht nur ⁓ das Thema Rassismus, sondern es geht im Allgemeinen ⁓ das Thema, ich muss mich für Dinge auch entschuldigen können. Ich kenne das in ganz vielen Situationen. Christopher Kopp: Ja. Cedric Würkert: auch in meinem Privatleben, wo Menschen sofort mit einer Sache oder mit einer Person brechen. Das nervt mich. Warum können wir nicht über Dinge sprechen? Warum kann sich der andere nicht in einem Gespräch verteidigen, rechtfertigen? Und warum kann ich dem Menschen in so einem Gespräch nicht auch die Möglichkeit geben, dass er recht haben kann in seiner Ansicht? Warum nicht? Für uns ist es immer einfach. Für uns ist es einfach, WhatsApp zu blockieren, auf Instagram zu sagen, du siehst meine Stories nicht mehr und leck mich am Arsch nach dem Motto, dass ... Christopher Kopp: Ja, aber es ist ja Arbeit, Verstehste? Es ist es ist ja eigener Gehirnschmalz, den ich einsetzen muss. Und das ist ja Arbeit für mich selbst und das ist ein Weg des Widerstands. Und da sind wir wieder bei, man möchte nicht diesen steinigen Weg gehen. Cedric Würkert: ist meiner Meinung nach aber nicht the way to go. Jut. Definitiv, definitiv. Jetzt ist die Frage, jetzt sind wir wieder ein bisschen von, können wir ja richtig gut vom Weg eigentlich abkommen. Ich hatte eigentlich ja das Thema Selbstständiger gegen den Angestellten. Jetzt haben wir über mögliche Gründe gesprochen, haben wir darüber gesprochen, wie wir was sehen und dass man natürlich seine Situation und Position auch verteidigt. Jetzt sind wir beide in der Situation, dass wir als Selbstständige und Unternehmer unterwegs sind und natürlich dieser Gruppe angehören und für diese Gruppe natürlich auch diese Argumente in solchen Gesprächen haben. Und ich möchte damit aufmachen, dass wir uns auch mal kurz, dass wir unsere Ansichten erklären können, weil nur dann lernen die Leute daraus oder dann können sie das kennenlernen. Genauso will ich aber auch anderen zuhören. Jetzt mal eine Frage an dich. Wenn du morgen dich nochmal, also morgen ist quasi die Situation von zwölf Jahren, wo du dich für einen Weg entscheidest. Du hast es vorher gesprochen, wir entscheiden uns am Anfang für einen Weg. Wir haben auch immer die Möglichkeit, den Weg zu ändern. haben, ist immer mit Aufwand verbunden und immer auch mit Eigeninitiative. Das ist einfach so, wenn ich nochmal studieren möchte oder sonst irgendwas. Welchen Weg würdest du wählen und warum? Und wahrscheinlich, ich kenne deine Antwort, bin mir 100 Prozent sicher, dass ich deine Antwort kenne. Aber warum? Was sind deine Punkte? Und was sind auch vielleicht die Gegenpunkte, wo du sagen kannst, okay, ich verstehe auch jeden, der sagt, ich will diesen Weg nicht gehen. Christopher Kopp: Also ich würde genau den selben Weg wieder gehen. Das war wahrscheinlich das, was du gedacht hast. Cedric Würkert: War mir klar. Christopher Kopp: Die Punkte, die mich am meisten befreit haben, ich muss mich nicht rechtfertigen. Das kann ich einfach auch schlecht. Ich lebe schon ganz, ganz lange nach dem Grundsatz, es ist einfacher, ⁓ Verzeihung zu bitten, als vorher ⁓ Erlaubnis zu fragen. Ich mache halt einfach mal. Und wenn es kacke ist, dann sage ich, hey, sorry, war blöd. Tut mir leid. Cedric Würkert: Mhm. Ja. Und dazu würde ich sagen, Schere. Christopher Kopp: Diese Freiheit, die ich habe als Selbstständiger, dass mir keiner sagt, was ich zu tun habe, was ich zu lassen habe, das ist für mich ein wahnsinnig hohes Gut. Damit einhergeht freie Zeiteinteilung. Verdienstmöglichkeiten sind nicht begrenzt, weil der Chef sagt, bis hierhin und er geht halt nicht. Das sind alles so Themen. Ich sehe, wenn Menschen sagen, mir ist das Risiko zu hoch, mir ist das... Cedric Würkert: Darf ich da kurz reingehen? Was ist denn das Risiko für dich? Christopher Kopp: Nein, das Risiko ist die Begrenzung meiner Planbarkeit. Also wenn ich nicht länger als zwei Monate, drei Monate im Voraus planen, dann ist das mein Risiko. Wenn ich schaffe, länger zu planen, dann habe ich auch kein Risiko. Oder dann verschiebt sich mein Risiko in die Vergangenheit. Im Übrigen finde ich, dass bei Angestellten das Risiko genauso hoch oder lang ist. Nämlich die drei Monate die Kündigungsfrist. Wer sechs Monate hat, die sechs Monate. Wer einen Jahr Kündigungsfrist hat, den Jahr. Wenn ich eine Firma loswerden will, wird sie nicht los. Da findet man immer... Cedric Würkert: Das voll formuliert, Christopher Kopp: Mittel und Wege Ich habe schon so viele Storys gehört wegen was Leute irgendwie gekündigt worden sind oder gegangen worden sind oder was auf einmal für Geschichten passiert sind Ganz ganz wild So und Ich sehe den Punkt wenn Leute sagen ist das Risiko zu hoch weil du gehst am Anfang zumindest war es bei mir so am Anfang in Weg wo du nicht diese Freiheit hast du hast die zwar auf dem Blatt Papier aber du Arbeitest echt viel und du triffst Entscheidungen, wo du nicht weißt, sind die gut oder sind die nicht gut, weil du hast keinen, der dir sagen kann, die sind super, mach das genauso. Du bist Stück weit auf dich allein gestellt und kannst nur bedingt, ja nur bedingt reagieren. bist äußeren Einflüssen natürlich auch unterstellt und musst darauf reagieren. Das ist jetzt gar nicht speziell auf unsere Branche oder so bezogen, sondern das ist generell mal so als selbstständiger Unternehmer. Und das sind schon Punkte, die ich verstehen kann, aber ich sag halt, das Risiko ist es wert. Weil das Resultat wäre gewesen, ich wäre halt zurück in meinen alten Job. Also ich hätte das gemacht, was ich mal ursprünglich eine Ausbildung drin, ganz ursprünglich mal eine Ausbildung drin gemacht habe. Hätte ich ja jederzeit wieder machen können. Und ich verdreht halt immer noch die Meinung, weil ich würde niemals wieder zurück in den Job, ich mal ganz ursprünglich gelernt habe, ich verdreht halt die Meinung, wenn mir heute das Geld ausgehen würde und ich müsste aus irgendeinem Grund meine Firma schließen, ich bin mir nicht zu schade, mich an die Tankstelle im Ort zu setzen und da zu kassieren oder beim Aldi oder Lidl Regale einzuräumen oder sonst irgendwas zu machen oder bei der Müllabfuhr anzufangen oder irgendwas anderes zu machen. Hab ich... wirklich kein Problem mit. Ich habe nie ein Problem mit Arbeiten gehabt, ich habe nie ein Problem mit einer Arbeitsmoral gehabt, ich hatte nur häufig ein Problem mit einem Vorgesetzten, als ich angestellt war. Weil ich halt immer Dinge hinterfragt hab. Weil ich immer gesagt hab, es muss doch einen Weg, einen Prozess geben, schneller und effizienter zu machen. Und dann kam halt häufig die Antwort, nee, das machen wir schon immer so, deswegen machen wir es so. Und das ist halt für mich die dümmste Aussage der Welt. Ja, das ist genauso dumm. Weil es zeigt die Änderungsbereitschaft von genau Null. Aber ja, diese Aussage regt mich wirklich auf, wenn jemand sagt, das machen wir schon immer so. Ja, dann... Cedric Würkert: Dinge hinterfragt habe. Weil ich immer gesagt habe, es muss doch einen Weg, Prozess geben, schneller und effizienter zu machen. Ich bin halt so. Christopher Kopp: Bist du halt schon immer dumm, weil du hast noch nie hinterfragt, wie es besser geht. Also das verstehe ich einfach nicht. Das verstehe ich wirklich nicht. Vor allem, wenn es so krasse Beispiele sind, ich habe da geiles Beispiel. Ich habe mal bei einer Firma gearbeitet, so neben der Schule her. Einmal im Jahr habe ich da gearbeitet, weil ich da für die Inventur praktisch mit eingesprungen bin. Die haben die Inventurlisten tatsächlich händisch geführt. Also Blatt Papierstift. Und dann ist mir die Hutschnur geplatzt. Ich hab immer, hackt sie bei euch eigentlich komplett. Da muss ja nachher irgendein armer Trottel sich hinsetzen und diese ganzen DIN A4 Blätter alle zusammensammeln und dann daraus eine Gesamtliste erstellen. Die er dann auch noch händisch gemacht hat und dann erst digital übertragen worden ist. What? Hab ich nicht verstanden. Cedric Würkert: Wird essen. Christopher Kopp: Und das würde einfacher gehen, man halt irgendwie, da reicht eine Excel-Liste. Also weißt du, meine, musst ja nicht mal ein fancy Programm dafür kaufen, alter, kostenlos, mach Google, wie heißt das, Google Sheets oder so. Cedric Würkert: Ja. Christopher Kopp: kostenlos, kostet nix, kannste machen. Und das meine ich damit. Cedric Würkert: Ja klar, definitiv. Ich finde, du hast vorher eine Sache gesagt, die ich oftmals als Argumentationsgrundlage nutze, die in meinen Augen auch total richtig ist. Und zwar geht es da für mich ⁓ das Thema Entscheidungen treffen. Oftmals wird das Thema oder der Unternehmer angegriffen, dass er dass er vielleicht bisschen mehr Geld verdient. Das mag sein. Ich kann euch auch versichern, dass es nicht in jedem Fall so ist. Also oftmals, oder ich kenne viele Selbstständige, wo die Mitarbeiter mehr verdienen als der Chef, weil er einfach dafür sorgt, dass die anderen Gehälter bezahlt werden. Das ist wirtschaftlich total dumm, aber es gibt viele Fälle, denen das so ist. Aber auf der anderen Seite sage ich immer, ich werde dafür bezahlt oder entlohnt, dass ich Entscheidungen treffe. Christopher Kopp: ⁓ Cedric Würkert: Mit Entscheidungen meine ich wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Es geht nicht darum, dass... Der Angestellte muss auch in seinem Job Entscheidungen treffen, weil das ist sein Job. Die Erzieherin muss Entscheidungen treffen, wie gehe ich mit dem Kind ⁓ Der Angestellte im IT-Bereich muss Entscheidungen treffen, wie programmiere ich das. Ja, das ist alles richtig. Aber diese Entscheidungen haben nicht null, aber wenig Auswirkungen auf die monatliche Zahlung, die er am Ende auf dem Konto hat. Für mich, in meiner Welt, hat jede Entscheidung, die ich treffe, damit zu tun, ob ich am Ende des Monats meinen Lohn, meinen Verdienst bekomme oder nicht. Weil jede Entscheidung auch auswirken kann, dass eben nichts bei rumkommt. Und wenn nichts bei rumkommt, dann habe ich ein Problem, meine Rechnungen zu bezahlen. Das bedeutet, als Unternehmer werde ich vor allem dafür entlohnt, Entscheidungen zu treffen. Ich will nur ein blödes Beispiel nennen, damit man das vielleicht versteht, wenn man in einer anderen Situation ist. Jetzt bin ich als Selbstständiger an einer Situation, wo ich vielleicht mit der Neukundengewinnung ein Problem habe. Was muss ich machen, wenn ich ein Problem habe? Ich muss irgendwie eine Lösung finden, beziehungsweise erstmal muss ich Initiative ergreifen, ⁓ etwas zu ändern, weil anscheinend ist der aktuelle Weg, es jetzt gerade abläuft und funktioniert, nicht der richtige. Also muss ich irgendwas umstrukturieren. Jetzt treffe ich Entscheidungen. Jetzt habe ich vor mir zwei Wege liegen. Ich muss aber Christopher Kopp: Riff. Cedric Würkert: mich für einen entscheiden, weil ich 100 Prozent Effort in irgendwas gehen muss. Jetzt wähle ich Weg B mit der Meinung oder mit dem Hintergrund, dass ich entscheide und der Meinung bin, dass Weg B der richtige Weg ist, ⁓ wirtschaftlich wieder auf den richtigen Kurs zu gehen. Vielleicht ist es auch Weg A und Weg B ist der total falsche. Das ist eine Entscheidung, ein Unternehmer gefühlt und nicht gefühlt jeden Tag davor steht. Christopher Kopp: Ja, muss er jeden Tag treffen. Bis zum Cedric Würkert: Und das fängt... Du hast vorher Tregierbar Group angesprochen, der hat mal... Wenn er nachts angerufen wird, welche Farbe an T-Shirts soll die Produktion produzieren, dann denkt er nicht drüber nach, sondern er trifft eine Entscheidung. Diese Entscheidung kann richtig oder kann falsch sein. Er muss aber diese Entscheidung aus Überzeugung treffen, dann steht er dahinter. Und vor allem, er trägt das Risiko, dass diese Entscheidung, wenn eben grüne T-Shirts nicht gebraucht werden, und er aber gesagt hat, wir produzieren grüne T-Shirts, dass er eben auf grünen T-Shirts sitzt. Christopher Kopp: Nö. Cedric Würkert: dann muss er wieder eine Entscheidung treffen, wie er die loskriegt. Also Unternehmertum bedeutet, Entscheidungen treffen und wirtschaftliche Entscheidungen, nicht berufliche Entscheidungen in dem Sinn, gehe ich jetzt, also sehr übertrieben ausgedrückt, fahre ich jetzt den Weg oder fahre ich jetzt den Weg, ⁓ schneller an mein Ziel zu kommen. Das sind Entscheidungen, die auch getroffen werden müssen, die aber am Endeffekt keine wirtschaftliche Auswirkungen auf die Gehaltszahlung am Ende des Monats hat. Christopher Kopp: ⁓ Ja absolut richtig. Cedric Würkert: Ich finde, darüber muss man auch ganz einfach und offen und ehrlich drüber sprechen. Und das finde ich auch wichtig. Und das darf auch ein Angestellter verstehen. Genauso wie ich auch den Angestellten verstehe, warum der seine Hintergründe hat. Aber die Position darf ich auch ergreifen und ich darf auch in einem Gespräch, wo ich das anspreche, Recht haben. Die darf mir auch jemand geben. Genauso muss ich aber jemandem anderen Recht geben, wenn er in einer anderen Argumentationsweise irgendwie mich von Mich eines besseren Belehrts, sagen wir es mal so. Christopher Kopp: Ja, absolut. Cedric Würkert: Deswegen finde ich, habe ich einen langen Monolog gehalten, aber deswegen finde ich das super wichtig, dass wir darüber sprechen. Und deswegen war mir auch die Folge so wichtig, dieses Thema so wichtig. Und ich glaube, dass diese angesprochenen Beispiele, egal ob das jetzt Vincent Companys, der über das Thema Rassismus gesprochen hat, egal ob das der Satz von Cem Özdemir war, das sind ja alles Menschen, die Gott sei Dank eine Reichweite haben und diese Reichweite sinnvoll genutzt haben, ⁓ solche Sachen zu sagen. Und ich finde, solche Dinge dürfen uns anregen, drüber nachzudenken. Christopher Kopp: Absolut bin ich völlig bei dir. Ich kann dir nichts hinzufügen. Cedric Würkert: Das ist eine arschgeile Nummer. Ich freue mich, wenn du nichts hinzuzufügen kannst. Nein. Nein, natürlich nicht. Ich glaube, jeder Mensch, es gibt immer dumme Ausnahmen, jeder Mensch hat dieselbe Meinung. Jeder Mensch. Jeder halbwegs, geradeaus normal denkende Mensch hat die gleiche Einstellung dazu. Christopher Kopp: Du müsstest jetzt grad sagen, dass ich die Schnauze halten soll oder was? Cedric Würkert: Nur die Umsetzung ist total schwierig. Ich hab doch die gleiche Einstellung, trotzdem in der Diskussion für meine Situation ergriffen und bin vielleicht auch in der einen oder anderen Argumentation pazzig geworden. Christopher Kopp: Weiß ich jetzt nicht. Weiß ich jetzt nicht. Aber da sprechen wir heute nicht mehr drüber. Aber weiß ich jetzt nicht, ob jeder Mensch die gleiche Einstellung hat. Cedric Würkert: Was, was weißt du nicht? Ne, das war vielleicht bisschen falsch. Reden wir mal anders drüber. Ich meinte damit, wir im Grundsatz wollen wir alle eine ähnliche Art Weise des Miteinanderlebens haben. So. Christopher Kopp: Achso, ja, da geh ich mit. Dass wir grundsätzlich alle Frieden wollen, dass wir keinen Stress haben wollen und so. Das glaub ich grundsätzlich schon. Mit ein paar Ausnahmen am Arsch geigen gibt's immer. Cedric Würkert: Arschkallen, du hast, es gibt immer Arschkallen. Kennst du dieses Meme, es gibt keine Beweise? Seitdem ich kann, es gibt nicht mehr wie normaler Mensch aussprechen. Sehr gut, Chris, lass uns an der Stelle den Sack zumachen. Es war mal wieder eine Folge wie Ein Tag am Meer mit dir. Ein inneres Blumenpflücken. Ein japanisches Lotusblumenfest. Christopher Kopp: He! Zum anderen. Ein inneres Blumenpflücken, wie ein Kollege zu sagen pflegt. Alles gut in diesem Sinne. Ja, ich gehe davon aus. Ihr Lieben macht's gut, zum nächsten Mal. Ciao, ciao. Cedric Würkert: Ich hoffe, wir hören uns nächste Woche wieder. Ich gehe auch davon aus. Ich wünsche euch was. Ciao. Adios, muchachos.