[EN] The AI Cookbook show: Okay Leute, heute mal ein bisschen eine andere Episode. Heute werden wir nicht über Milliarden Deals reden, über Nvidia Aktien und so weiter, sondern wir reden über etwas, das mich persönlich betrifft, aber natürlich wahrscheinlich auch jeden von euch. Also, ihr wisst, ich habe es im Podcast auch hin und wieder thematisiert. Meine Mutter ist vor ein paar Monaten an Krebs gestorben und meine Kinder, die ... Die rufen nicht, aber die fragen trotzdem noch immer nach ihr. Also sie nennen sie Oma Oma. Das ist so ihr Name gewesen. Das ist sehr süß, das ist ganz selbstverständlich für sie. denken wahrscheinlich, Opa Opa heißt Opa Opa und Oma Oma heißt Oma Oma. Und sie reden mit ihr oder über sie, als ob sie quasi jede Zeit über die Ecke kommen können. Irgendwie haben Kinder ein ganz anderes Verständnis von Tod oder Leben nach dem Tod und so weiter. Und natürlich ich auch als Sohn bin ich manchmal auch, also ich würde auch manchmal komme ich in Situationen rein wo ich denke, wie würde meine Mutter das handeln oder ich wünsche, dass ich mit ihr darüber reden könnte und so weiter. Und das erzähle ich auch den Kindern hin und wieder. Und es ist auch lustig, weil die lachen drüber, die finden das ganz kurios, dass man mit toten Menschen reden möchte. Aber Das klingt alles sehr morbid, aber warum ich das euch heute erzähle, ist, weil letzte Woche hat Metta, also Metta, wisst es ja, die Parent Company von Facebook und Instagram, die hat ein Patent bewilligt bekommen am 30. Dezember 2025, also zwei Tage vor Silvester. Also quasi während du noch Raket gegessen hast, haben sie ihre Patent zugesagt bekommen. Für alle, die ein bisschen recherchieren wollen, Das ist das Patent US-12513102B2. So, was steht jetzt hinter dieser komischen Nummer? Also das ist ein System, ein großes Sprachmodell, ein LLM, das auf alle deine Social-Media-Daten antrainiert wird. Auf alle Posts, du gemacht hast, die Likes, die Kommentare, Sprachnachrichten, die du über WhatsApp geschickt hast zum Beispiel. Sodass wenn du stirbst, kann das System in deinem Namen weiter posten. Es klingt gruselig, aber es hört nicht auf. Das System kommentiert die Fotos von deinen Freunden. Du trittst ab, aber dein digitales Du kommentiert weiter Fotos. Du kannst es Nachrichten schicken, aber du kannst auch Telefonanrufe und Videocalls mit der toten Person haben. Jetzt für meine Kinder, die hin und wieder sagen, ey, wie ist Oma, wie geht's hier und so, also Oma, Oma in dem Fall, könnten sie natürlich mit dir telefonieren. Aber auch als KI-Enthusiast ist es so ein Teil der Technologie, also ein Sprung in Technologie, ich nicht unbedingt denke, dass das gut ist. Ich denke vielleicht sogar, dass das falsch ist. Ich denke sogar, dass das vielleicht gefährlich ist. Und heute reden wir über keine Text-Story, sondern über einfach eine menschliche Story. Okay Leute, Action, let's go. Okay, fangen wir mal mit diesem Patent. U.S. 12513102b2. Am Ende werdet ihr euch diese Zahl merken. Okay, der Titel ist die Simulation eines, also auf Englisch, Simulation of a user of a social network system using a large language model. Das wurde eingereicht schon vor zwei Jahren. Stellt euch vor. Vor zwei Jahren im November 2023 haben sie schon eingereicht. Und bewilligt wurde es zwei Jahre später. Und der Erfinder ist nicht irgendein Ingenieur, irgendein Zwölfjähriger oder so. Sondern das ist Andrew Bosworth. Andrew Bosworth, wer den nicht kennt, das ist der CTO auf Meta. Und Bos, nennen sie ihn, Bos ist komischerweise so alt wie ich, der ist 82 geboren auf einer Pferderanch in Kalifornien. Der war zuerst Teaching Assistant in Harvard. Das ist die rechte Hand von einem Professor. Und bei wem ist er in einem Kurs gesessen oder mit wem? Mit Mark Zuckerberg. Und Boss war einer dieser ersten zehn Ingenieure, die zu Facebook gegangen sind. Er hat den Newsfeed erfunden. Also das erste algorithmisch geordnete Content-Feed in einem sozialen Netzwerk überhaupt. Er hat dann aber Messenger auch gebaut und so Anti-Abuse-Systeme. Aber ich weiß jetzt nicht unbedingt, ob diese Anti-Abuse-Systeme bei Facebook sehr gut funktionieren. Und seit vier Jahren ist er dort der CTO. Okay, fine. Warum ist das so wichtig? Weil der Mann, diesen Algorithmus erfunden hat, den Newsfeed quasi, das das bestimmt, was du siehst, wenn er ein Patent einreicht und sagt ... Das ist nicht nur, was du siehst, sondern das ist, was du machst, nachdem du tot bist. Dann müssen wir uns ganz genau das anhören. Weil es klingt sehr utopisch. Leute, nächstes Jahr hat das Facebook. Das ist ein bisschen, was ihr verstehen müsst. Und wenn Facebook das nicht hat, hat das übermorgen Deep Sieg oder in drei Monaten Alibaba. Alle diese Leute werden dieses Patent extrem schnell ins Leben rufen. Jetzt. Wie funktioniert dieses Patent technisch? Okay, also das System nimmt vortrainierte Daten auf dich, wie du postest, kommentierst, deine Likes und so weiter. Wenn du so Podcasts machst wie Malcolm, hat es natürlich deine Stimme, deine Wortwahl, deine Reaktionsmuster und so weiter. Und es deploit es als Bot. Das heißt, diese Bot kann jetzt ein paar Sachen machen. Das kann, äh, you know... Virtual Malcolm or Malcolm after life heißen und es erstellt aber Posts weiter. Es antwortet auf Message. Du schreibst es auf WhatsApp, es antwortet. Du rufst es in der Mitte Nacht, machst ein Video Call, es ruft dich mit einem Video Call zurück. Aber mit deiner Stimme, mit deinem Gesicht. Und wenn man sich dieses Patent in Detail anschaut und ihr wisst, Malcolm hat das Patent natürlich nicht gelesen, sondern hat es wieder in 5KIs reingeworfen. In Claim 4 steht Folgendes. System kann mehrere Sprachmodelle trainieren, die den Nutzer in verschiedenen Altersstufen simulieren kann. Leute, das ist crazy. meine, auf diese Idee muss man kommen. So, meine Mutter stirbt. Okay. Als sie dem Ende nahe war, ging sie natürlich nicht gut. Sie hatte keine Energie. Sie war schon zehn Jahre lang mit Krebs. Und Sie war zwar weise, aber viel langsamer. vielleicht will ich mit meiner 50-jährigen Mutter reden. Da war sie vielleicht noch optimistisch im Leben. Da hatte sie volle Energie. Hey, geh rein in Facebook in einem Jahr. Und du kannst mit Verstorbenen reden, aber in unterschiedlichen Versionen von ihnen. Und wer entscheidet das? Und das ist das Patent selber, okay? Wer entscheidet mit welcher Version? du von der verstorbenen Person redest. her. Meta entscheidet das. Meta entscheidet, ob und mit welcher Person du reden kannst. Also mit welcher verstorbener Person du reden kannst. Oder in welchem Alter von dieser Person diese Person ist. Und warum machen die das? Ist ja klar. diese Plattformen, leben von Stickiness. Stickiness und Engagement. Engagement heißt, wie oft gehst du rein in in WhatsApp, wie oft gehst du rein in Facebook und so weiter. Und wenn ein User stirbt, ist das ein permanenter Impact auf Engagement. ⁓ da ist ein Engagement weniger. Und was die sagen ist, das ist so wieder so crazy, wir haben keine Pläne, das durchzusetzen. Bro, das ist keine Pläne, aber das ist ein Patent. Like, Bro, like what the hell are you talking about? Und aber Buzz, der CTO von Facebook. Der hat dieses Patent vor zwei Jahren eingereicht. Jetzt stellt euch vor technologisch, was die jetzt verstehen, was Agenten und Agentennetzwerke machen. Ey, ich möchte nicht wissen, welche Patente sie jetzt gerade einreichen. Und jetzt könntet ihr, und jetzt bitte nicht, nicht nur auf Facebook sehen und wieder denselben Chat, GPT-Fehler machen, ⁓ ich kündige Facebook. Leute, Meta ist ja nicht alleine, die machen das alle. Die machen das alle. Okay, Microsoft hat genau dasselbe angereicht. Microsoft hat das schon 2021 angereicht. Das war ein Chatbot für eine verstorbene Person. Aber auch trainiert auf Social Media, Post, Nachrichten und so weiter. Aber damals haben sie noch nicht an Audio und Video gedacht. Ey, dieses Patent wurde denen zugesagt. Und auch die haben gesagt, ja, es gibt keine Pläne dafür im Moment. Ey, ist nicht mal Black Mirror. Das ist keine Black Mirror-Episode. Das wird eine Realität werden. Sehr, sehr, sehr bald. Und inwiefern sind wir uns sicher? Naja, weil wenn Microsoft und Meta das nicht machen, andere Start-ups sind schon lange dran. Und zwar, ist ein Markt, nennt sich Digital Legacy Markt. Das heißt, das ist der Markt von Leuten, die verstorben sind, damit sie noch eine Legacy haben. Und der ist eigentlich gar nicht so klein. heute prognostiziert, auf geschätzt wird er auf 15 Milliarden Dollar. Aber prognostiziert in 10 Jahren soll der vier- oder fünf-, ein vier- oder fünffaches Größe werden. Und wer investiert denn so was? Sequoia. Jetzt wer Sequoia nicht kennt, Sequoia Capital, das ist dieselbe Firma, die in allen investiert. Die haben investiert in Google, Apple, Airbnb und so weiter. Die haben zum Beispiel in Delphi investiert. Und in Delphi, Delphi ist ein Startup, die macht digitale Unsterblichkeit. Und nicht nur das. Here After AI. Die wurde gegründet 2019 in Kalifornien. Die nehmen die Lebensgeschichten deiner Eltern auf. Da musst du so Interviewkataloge machen, weißt du. Und dann bauen sie ein interaktives Avatar von deiner verstorbenen Vater, Mutter und so weiter. Und nicht nur die Eternos, Projekt Dezember und so weiter und so weiter und so weiter. Und die lassen sich natürlich schon dafür zahlen. Wenn man bei Eternos zum Beispiel ein Gespräch mit einer toten Person haben will, zahlt man 10 Dollar fürs Gespräch. 10 Dollar sind drei Bier. Ich kann am Abend rausgehen in der Bar mit echten Leuten reden, drei Bier trinken, drei billige Bier in einer billigen Bar, aber ... Das sind 10 Dollar und das ist wahrscheinlich ein ganzer Abend. Oder ich kann 10 Dollar zahlen ⁓ mit einer simulierten verstorbenen Person, die ich liebe, zum Beispiel meine Kinder können mit Oma Oma reden, noch ein letztes Mal. Und das sind jetzt Leute, die das von einer technischen Perspektive angehen. Die nehmen ein Large Language Model, die wollen es antrainieren und so weiter. Aber Two Way wurde gegründet von einem Disney-Schauspieler. Und das ist eigentlich viral. Also Two Way ist viral, das ist schon seit zwei, drei Monaten. Und die sagen, drei Minuten, die aber ein ganzes Leben lang oder für immer damit du quasi für immer noch lebst. sagen, brauchen nur ein dreiminütiges Video von dir. Und dann bauen wir ein interaktives Avatar, wie du sprichst, wie du aussiehst und so weiter. Und die Promo-Videos, wenn ihr euch das anschaut, das ist alles pure emotional. Pure emotional. Denn dieses Promo-Video ist so eine schwangere Frau und die spricht mit einer KI-Version von der gestorbenen Mutter. Und die spricht natürlich über ihre Ängste, die sie hat, dass sie ja jetzt selber motiviert. Und mir ist es wurscht, wie die Reaktionen im Netz waren. Die Reaktionen im Netz waren, ⁓ das ist dämonisch, das ist ganz schlecht, das sollte man nicht machen. Es ist wurscht, ob man es nicht machen sollte. Es wird passieren. Es wird passieren wegen den Patenten von den großen Firmen. Es wird aber auch passieren wegen diesen ganzen Start-ups, die sehr viel Geld bekommen. Und es wird aber auch passieren Weil die Unis auch dran forschen. Okay, also akademisch. Eigentlich in diesem Podcast reden wir nicht unbedingt über akademische Sachen. Obwohl ich Lehrer an der Hochschule Luzern, da habe ich ein CAS in Künstliche Intelligenz, aber so advanced, so für Business Users. Aber auch in der Esadi Business School. Aber zum Beispiel Tom Divon von der Hebrew University Jerusalem. Oder zum Beispiel Christian Penzold von der Universität Leipzig. Die haben eine Studie veröffentlicht. Und die Studie heißt Artificially Alive. Was haben sie analysiert? 51 reale Fälle in unterschiedlichen Ländern, USA, Europa, Nahe Ostern und so weiter. Und die haben einen neuen Begriff geprägt. Und das solltet ihr euch vielleicht merken. Das nennt sich Spectral Labor. Spectral Labor heißt Arbeiten. Und Spectral heißt so... Die Geister. Also was die damit sagen ist Geisterarbeit. Geisterarbeit heißt die Toten arbeiten weiter. Ihre Fotos, ihre Stimmen, ihre Persönlichkeit, die werden extraiert, zirkuliert, monetarisiert und oft ohne ihr Verständnis. Weil das so neu ist, sterben die Leute und hinterlassen zum Beispiel ihr Hab und Gut. Du kriegst das Auto, du kriegst das Haus, du kriegst dies, du kriegst das. Aber ich glaube, 0 % der gesamten Menschheit hat im Moment in seinem Testament, du darfst ein digitales Avatar von mir erstellen oder nicht, dass ich dann digital weiterlebe. denke, an diesen Sachen denken Leute noch nicht. Weil wir wissen heute schon, dass es passiert. Warum? Es gibt Hologrammkonzerte mit Whitney Houston, die schon lange verstorben ist. Oder mit Tupac Shakur. Es gibt Toten, werden als politisches Werkzeug genutzt. Es gibt KI-Avatare von Gewaltopfern oder zum Beispiel Leute, die in Konzentrationscamps gestorben sind. Die werden digital wieder erwacht, damit sie natürlich die nächste Generation erklären können, was passiert ist. Oder gefeindelnde Soldaten in Israel, die werden über WhatsApp Sprachrachten wieder hervorgebracht. das, ist egal wie morbid das ist Leute, das ist ein Markt. Das ist ein dollar Value Markt, für den die Leute auch zahlen wollen. Und die Frage, die wir uns stellen müssen, also nicht merke als Tech-Podcaster, sondern also wer ein Video sieht, ich halte mir gerade den Kopf, weil mir kommt vor der explodiert gerade, weil ich zu diesen Antworten. Also ich habe keine Antworten zu diesen Sachen. Ist es okay, dass meine Kinder mit einer digitalen Version von Oma Oma reden, die schon vor drei Monaten gestorben sind? Ist es besser für sie, damit sie es besser verarbeiten können? Oder wird es dann schwieriger sein, sie loszulassen? Oder dadurch, dass Malcolm ein KI-Freak ist, werden sie denken, dass das ganz normal ist? Nee, das ist ganz normal, dass man mit seiner verstorbene Oma auf Claude Code reden kann. Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Aber das Engagement-Problem, also das Social Media Networks auf LinkedIn, auf Facebook und so weiter, dieses Engagement-Problem, Malcolm stirbt, er macht keine Likes weiter, er schreibt keine Posts weiter, das ist natürlich mit so einer Technologie jetzt nicht mehr so ein Problem. Weil... Alle diese Leute können ja weiterleben, die können ja weiter posten. Ach, ja. Ich hab Notizen hier. Ich kann euch diese Notizen weiterlesen. Aber diese Notizen, reden jetzt von einem Sundance-Dokumentarfilm, der heißt Eternal You. Das ist wirklich ein crazy Film. Das müsst ihr euch anschauen. ist wirklich ein crazy Film. Wie eine siebenjährige Tochter in einer Show, also wie eine Mutter in einer Show ihre siebenjährige Tochter, die vorher gestorben ist, wieder trifft. wie sowas 20 Millionen Views auf YouTube kriegt, wie es viele ethische Studien gibt an unterschiedlichen Universitäten etc. Aber seien wir uns mal ehrlich, auch als ich diese Recherche gemacht habe, ist es nicht unbedingt etwas, womit ich mich gerne befassen will. Ich möchte mich nicht unbedingt gerne mit dem befassen, weil es fühlt sich nicht so gut an. Warum? Vielleicht bin ich dazu oldschool. Vielleicht kommt eine andere Generation die von allen ihren Eltern und Großeltern digitale Avatare haben werden. weiß es nicht. Aber für mich ist Trauer ja etwas Positives. Wenn wir trauen, dann überlegen wir, dann erinnern wir uns an die guten Sachen. Und auch trauen ist irgendwie eine Art Liebe, eine Art nächste Liebe, ja? Und trauen ist ja auch gut. Da gibt es Hunderten und Tausende von Büchern davon, dass das Trauen sehr gut ist. Aber wenn jemand digital nicht stirbt, geht man durch etwas so durch, trauen die Leute oder trauen sie nicht? Ich weiß es eben nicht. Aber es schaut so aus, als ob es eben ganz normaler Teil unseres Lebens werden wird. Okay, jetzt für meine Freunde im Dachraum. Jetzt kommt ja gleich der Datenschutz, diese Datenschutzdinosaurier und Datenschutzpolizisten. Jetzt, Leute, jetzt könnt ihr euch verstecken, kollektiv. Weil der Datenschutz sagt in Artikel 27, diese Regulierung gilt nicht für tote Leute. Das heißt, in dem Moment, wo deine Mutter stirbt und ihr gesamter digitaler Fußabdruck, die Posts, Fotos, Nachrichten und so weiter, weiter genutzt werden, fallen sie außerhalb des Schutzes der europäischen Datenschutzgrundverordnung. Das zeigt mir wieder, dass die Technologie einfach so schnell weitergeht, Das ist rechtliche Systeme. Die rechtlichen Systeme, die wir heute haben, die sind noch nicht da. Wenn irgendjemand da in Brüssel sich da bisschen auskennt und diesen Podcast hat, befasst euch mal damit statt mit dem EU AI Act. Weil das kommt auch auf euch zu, einige Mitgliedstaaten machen ihre eigenen Regeln. Zum Beispiel in Frankreich gibt es schon seit 2016 eben verbindliche Anweisungen, die hinterlassen werden müssen, was mit den Daten passieren soll. Aber nur mit den Daten. Und auch Italien, haben schon sowas, wo es gibt quasi so DSGVO-Rechte, die vererbt werden. Ich sterbe, dann können meine Nachkommen oder meine Gattin oder meine Kinder können bestimmen, was mit meinen Datenschutzrechten passieren. Aber ... In Österreich, wo wir wohnen, haben wir so eine Option nicht. Es gibt keine spezielle Regelung für Verstorbene. In Deutschland ein bisschen teilweise besser, ein bisschen teilweise nicht. Und zwar, es gibt so einen Grundsatzurteil, das wurde 2018 vom Bundesgerichtshof gemacht oder gefällt. da ist so ein 15-jähriges Mädchen gestorben an der U-Bahn-Station. Und ihre Eltern wollten in ihr Facebook-Konto reingehen. ⁓ zu wissen, es ein Suizid war nicht. Und Facebook hat das blockiert. Und der Bundesgerichtshof hat entschieden, na ja, Digital Accounts sind vererblich. Das heißt, doch, du darfst die Eltern drauflassen. Weil genauso wie du ein Tagebuch hast, und wenn jemand stirbt, kann dieses Tagebuch physisch weitergegeben werden, oder persönliche Briefe gibt es sowas. Aber in der Schweiz wieder nicht. Die Schweizer, geil. Also die Schweiz hat den Schutz für Verstorbene sogar entfernt. Es gibt ein neues Datenschutzgesetz seit zwei Jahren. Neu, okay. Und vorher, davor wurden die Daten 30 Jahre nach dem Tod geschützt, aber in dem neuen Datenschutzgesetz in der Schweiz wurde das sogar rausgenommen. Die haben gesagt, eigentlich genauso wie der Datenschutz in Europa, Persönlichkeitsrechte enden mit dem Tod. Okay, jetzt könntet ihr sagen, Merkem, alles sehr philosophisch, du sagst, weißt du. Mich betrifft es nicht, nee, es betrifft dich schon, Mann. Es betrifft dich schon, Mann oder Frau. sagen wir mal, du hast einen Top-Vertriebler in deiner Firma, Wiener, Münchner Büro. Und sein LinkedIn-Profil existiert aber weiter. Ey, seine E-Mails existieren weiter. Sein CRM-Profil, den ihr drin habt als Salesforce, der existiert weiter. Und diese ganze Kommunikationshistorie mit Kunden, die existiert zwar in eurem System, aber die kann auch abgegriffen werden. Von denen kann ein Digital Twin gemacht werden. Und denen kann eure Konkurrent einstellen. Ganz offiziell. In dem Ton, wie die Person geredet hat, wie die Angebote formuliert worden sind und so weiter. Leute, in Österreich gibt es kein Gesetz dagegen. Und wenn es ein Gesetz geben wird, weil Politiker diesen Podcast in zehn Jahren hören werden, wenn sie mal eines Tages aufwachen, dann ist es ⁓ zu spät. Weil dann ist die Technologie schon viel, viel, viel weiter. Sogar an der Hebrew University hat Tom Divon die Frage gestellt, gibt es ein digitales DNR? Also ein digitales Do Not Resuscitate. Resuscitate, also nicht... gibt es ein digitales Bitte, wieder belebt mich nicht digitales Recht. Eben nicht, nicht in Österreich, nicht in Deutschland, nicht in der Schweiz. Und von einer Wirtschaftsperspektive, von der Ökonomie, sagen wir mal, hat ja Facebook ja drei Milliarden aktive Nutzer, drei Milliarden, okay? Und natürlich sterben 30 Millionen von denen jedes Jahr. Jetzt stellt euch vor, kumulativ sterben nicht auf einmal 30 Millionen, sondern deren Digital Twin bleibt. Somit könnten wir schon in, sagen wir mal, 70 Jahren zwischen 1 bis 5 Milliarden tote Accounts haben. Accounts von Leuten, die es nicht mehr gibt, die aber trotzdem liken, scrollen, verweilen und so weiter. Und Das ist, was das Patent von Meta bewirken wird. Nicht nur werden sie auf Facebook sein, diese Geisterarbeiter, aber darüber machen wir einen anderen Podcast. Ich denke, die werden auch noch immer in unserer Wirtschaft mitarbeiten. Digital werden sie mitarbeiten. Also, was sind die drei Sachen, die ihr jetzt machen könnt? Also, macht mal einen digitalen Do Not Resuscitate. Also, geh zu eurem Anwalt oder wer immer gerade jetzt euer Testament hat und sag du, nicht nur haben wir eine Patientenverfügung, also ich möchte, dass man mich jetzt wiederbelebt oder nicht, aber möchte ich, dass man eine KI-Simulation von meiner Person nach meinem Tod macht. Im Moment wird das nicht rechtlich überall durchsetzbar sein, aber somit dokumentiert ihr euren Willen. Und wenn dann Datenschutzgesetz dann in zehn Jahren umgesetzt wird, dann habt ihr das ein bisschen. Das ist eine Sache, die könnt ihr heute machen. Da braucht ihr euch keine Sorgen machen. Das nächste ist, wenn es euch nicht mehr geben sollte, wo liegen denn eure Passwörter? Also Facebook, Instagram, E-Mail, Crypto Wallets und so weiter. Hat jemand dazu Zugang? Hat jemand die Passwörter? Kann jemand diese digitalen Sachen dann noch rausholen? Kann jemand diese digitalen Sachen von euch wegnehmen? Ey, wenn du ein Notarist im Dachraum, ruf mich an, weil wir machen ein Produkt daraus. Okay? Wir machen einen Notariatsdienst, der heißt, digitale Nachlässe systematisch erfassen. Man, das ist ein Markt. Du weißt nicht, dass es den gibt, aber ich sage dir, den wird es geben. Und das dritte ist, redet mit euren Leuten. Physisch noch, Leute, physisch noch, Leute. Weil es ist wurscht, welcher Algorithmus der Welt es geben wird. Wir wissen, möchte ich diesen Digital Twin von meiner Mutter machen, damit sie mit Oma Oma reden können? Eigentlich nicht. Weil die Kai kann nicht so lachen, wie sie gelacht hat. Die Kai kann ich Geschichten erzählen von, als sie im Irak gewohnt hat, während sie im Irak-Iran-Krieg bombardiert worden ist, ihre Jugend in Afrika, dass sie im Apartheid war und dass sie halt, keine Ahnung, nicht ins Restaurant gehen konnte. Das erste Mal, wo meine Mutter in einem Restaurant war, war hier in Österreich. Weil in Afrika war sie auf der falschen Seite des Apartheids und durfte nicht in ein Restaurant. Sie war noch nie in einem Kino. Und diese Sachen ... Diese Sachen versteht eine Simulation halt nicht. Ok Leute, heute ein bisschen anders, ein bisschen morbider, aber meine zwei Cents, lasst die Toten ruhen. Merkem, out.